In Philadelphia (USA) hat das für den Bezirk Lower Merion zuständige Schulamt einen Untersuchungsbericht zum Skandal um die Webcamüberwachung von Schülern durch Mitarbeiter der Behörde vorgelegt.
Gemäss dem Bericht gibt es in der zuständigen Schulbehörde zahlreiche Misstände, wie unklare Zuständigkeiten, fehlende oder nicht befolgte Richtlinien sowie Massnahmen, die nicht angemessen protokolliert wurden. Das Schulamt wirft der Schulbehörde einen “übereifrigen und fragwürdigen Einsatz von Technik ohne eine sichtbare Beachtung von Erwägungen zum Schutz der Privatsphäre” vor.
Im Lower Merion School District wurden an einigen Schulen Laptops an Schüler verteilt. Die IT-Verantwortlichen installierten für den Fall, dass die Computer gestohlen werden könnten, eine Überwachungssoftware, mit der unter anderem die Webcam der Laptops aktiviert werden konnte. Diese heimliche Überwachung wurde bekannt, als einem Schüler, Fotos von ihm in seinem eigenen Zimmer vorgelegt wurden, die beweisen sollten, dass er Drogen nahm.
Die von der zuständigen Schulbehörde beauftragte Rechtskanzlei schreibt in ihrem Untersuchungsbericht, dass die Überwachung in zwei Schuljahren bis zur Abschaltung des Systems im Februar 2010 insgesamt 177 Mal aktiviert worden sei, davon seien in 101 Fällen nur IP-Adressen protokolliert und keine Fotos oder Screenshots gemacht worden. In den anderen Fällen seien jedoch 30.564 Webcam-Fotos und 27.428 Screenshots angefertigt worden.
Zwar seien die meisten der Überwachungsmassnahmen auf Meldungen über gestohlene oder verlorene Laptops ausgeführt worden. In insgesamt 16 Fällen gibt es jedoch keine begründete Rechtfertigung, warum die Überwachung begonnen wurde. Der Untersuchungsbericht hält ausserdem fest, dass die Schulbehörde die Schüler und Eltern nicht über das installierte Programm und die Massnahmen informiert hat.






